SüdpART

Geschichte

Im Jahr Frühjahr 2015 tobte der Sturm Niklas in ganz Deutschland. Hunderttausende Bäume wurden allein in Bayern entwurzelt. Auch im Sendlinger Wald/Südpark starben viele Bäume, haushoch wurden die Stämme gestapelt.
Als nahe des Waldes Wohnende war betraf dies die Künstlerin Lore Galitz sehr. Wochenlang mochte sie gar nicht in den geliebten Wald gehen, bis sie den Entschluss fasste, dass dies auch keine Lösung sei. Sie beschloss lieber ein Projekt zu initiieren, mit dem sie dem Wald vielmehr etwas Gutes tun, ihm etwas zurück geben könne. Sie wollte etwas tun, um dem Wald zu zeigen, dass uns sein Schicksal nicht egal ist. Weitere Künstler:innen waren zum Glück schnell gefunden.

So entstand 2016 SüdpART
in einem zentralen, besonders in Mitleidenschaft gezogenen Parkareal.
Seitdem gibt es ganze Sommer mit SüdpART-Installationen. Bis zu 16 Künstler:innen kreieren im Wald, aus dem Wald und für den Wald Objekte zum Begehen und Erleben. Die Künstler:innen schaffen Installationen einzig und allein aus im Park vorhandenen Materialien, die nach Projektende am jeweiligen Ort verbleiben und langsam vergehen. Dieser gesamte Prozess macht Geschehen und Entwicklungen in Zeit und Raum wahrnehmbar. Für die Besucher verbindet es auf intensive Weise Natur- und Kunst-Erfahren. SüdpART ist ein nicht-kommerzielles Kunstprojekt. Führungen und Mitmach-Performances begleiten die Kunstwochen.

SüdpART Heilspirale Lore Galitz

Der Name SüdpART ist eine Verbindung aus Südpark, dem englischen Ausdruck für Kunst: Art und –part, wie partizipieren, teilhaben an dem Wald und seinem Schicksal. Denn darum geht mit den Arbeiten. SüdpART ist ein gemeinschaftliches Naturkunst-Projekt zur Unterstützung des geschädigten Waldes und in Interaktion mit der Natur. SüdpART will mit künstlerischen Mitteln die Fragilität des Waldes ins Bewusstsein der Besuchenden bringen und zu freudvollem Wertschätzen einladen.

Die gesamten SüdpART-Wochen wollen ein fördernder Zeitraum für den Wald und für die Natur sein, der zusammen mit allen Teilnehmer:innen begonnen und beendet wird. Das Projekt wird gehalten durch Rahmen-Performances von Lore Galitz, die den Prozess starten und beenden. Mit der Start-Performance wird der Raum geöffnet, die Künstler:innen stellen ihre Projekte mit ihrer positiven Absicht für den Wald vor, platzieren ihr Projektschild und treten damit ein in den Prozess. Bei der Abschluss-Performance nehmen die Künstler:innen ihr Projektschild zu sich zurück und ziehen sich damit aus dem Prozess und aus dem Wald wieder zurück. Der Raum wird geschlossen, der Prozess beendet.

Die Ausstellung ist durchgehend geöffnet und mit den vorhandenen Lageplänen frei begehbar. Dieser Plan ist ebenfalls Programm: so wenig Farbauftrag wie nötig – so wenig Papier wie möglich. Außen ein einfacher Wald, innen großartige 16 Projekte auf kleinstem Raum – und gedruckt natürlich auf Recycling-Papier.

2017 fand SüdpART2 statt. Der Sturm Niklas war vorüber, doch die Hitze, die Trockenheit und dadurch bedingter Schädlingsbefall ließ den Wald weiterhin sehr leiden. Durch den Klimawandel sind die flachwurzelnden Fichten geschwächt und dadurch beliebte Beute für den Borkenkäfer. SüdpART will zeigen wie verletzbar und vergänglich die Natur ist.
Um den Wald auch immer wieder einfach Wald sein zu lassen und um den Kunstwerken Zeit zum Vergehen zu geben, findet SüdpART seitdem jedes zweite Jahr statt.

SüdpART ist die Münchner Naturkunst-Biennale.

Lore Galitz ist Schöpferin, Initiatorin, Kuratorin, Organisatorin und teilnehmende Künstlerin von SüdpART und freut sich auf alle, die mit SüdpART am Wald und seinem Schicksal teilhaben möchten.